Artaward International 3/09

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List T-Y, 19/10/2008; Acryl auf Leinwand´, 140x100 cm, 2008 Foto: Reklame Kontor Franc

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Yes (series of 16 paintings), 2009 100x140 cm, Acryl auf Leinwand

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Part 1 (series of 3 paintings), 2009 140x100 cm, Acryl auf Leinwand

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Intelligence Test, Rauminstallation 2007

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Ausstellung Paramnesia Artlounge

JAN ŠERÝCH / PARAMNESIA

Der tschechische Künstler Jan Šerých setzt sich in seinen aktuellen, konzeptuell-abstrakten Arbeiten mit dem Thema der „Paramnesie“ auseinander. „Paramnesie“ bezeichnet eine Gedächtnisstörung, bei der die betroffene Person Erinnerungen an Ereignisse hat, die in der Realität nicht stattgefunden haben. Sie glaubt, es handele sich um tatsächlich Erlebtes, in Wirklichkeit sind diese „Erinnerungen“ jedoch das Produkt von Halluzinationen oder Illusionen. Auch das Phänomen der Déjà-vu-Erlebnisse zählt zu dieser Kategorie, auf das Sérych in seinen durch Buchstaben und Zahlen umgesetzten Systemen und Kontext hinweist.

„Paramnesia“ oder auch „Déjà vu“ ist das Thema der neuesten Ausstellung des tschechischen Künstlers Jan Šerých im Strabag Kunstforum in Wien. Der Künstler kombiniert in seiner Arbeit scheinbar Unvereinbares: Rationalität und Emotionalität. Sein rationaler Formalismus wurzelt in der Verwendung von Buchstaben als Bilder. Er verwendet die Standardsprache über ihren alltäglichen Gebrauch hinaus und verwandelt sie in Objekte die dechiffriert werden müssen. In seiner Technik verkettet der Künstler persönliche Erfahrungen und vertrauten Gedanken. Auf dieser Idee basierend, präsentiert er in der Ausstellung „Paramnesia“ multiple Serien mit Malerei und einem Video, welche sich mit Gedächtnisassoziationen von Vergessen und Erinnerung auseinandersetzen. Obwohl die individuelle Arbeit aus einer subjektiven Erfahrung des Künstlers, der vertrauten Verwendung von Ausdrucksmittel ist, initiiert er eine Trialogue zwischen der Arbeit, den persönlichen Erfahrungen des Betrachters und seinem eigenen Gedächtnis. Zeichen, Wörter und Laute werden stets wiederholt und schaffen dadurch einen Eindruck des Verlaufs der Zeit. Diese Verkörperung zeitlicher Linearität mit /ohne Unterbrechung regt den Betrachter an, durch den Prozess der Identifikation mit entsprechenden Wörtern, Zeichen und Lauten, mit dem eigenen Gefühl von „Déjà vu“ zu experimentieren. Markéta Stará, FUTURA, Zentrum für zeitgenössische Kunst, Prag

Bei den Gemälden, Objekten und Videoarbeiten von Jan Serých handelt es sich um konzeptionelle Trompe-l´oeils. Die formale abstrakte Sprache, die auf die geometrischen Tendenzen in der Malerei und in der Typografie verweist, wird in seinen Arbeiten zitiert. Die von der Geschichte bewertete konstruktivistische Ästhetik verwandelt sich in den Arbeiten von Serých in entleerte Zeichen. Regelmäßige geometrische oder typografische Formen werden als polyfunktionale Oberflächen enttarnt, die für die Wiederverwendung oder obsessive Beobachtungen bestimmt sind. Serých stimuliert und ironisiert die Eigenständigkeit der Anordnung und Ästhetik und erschafft private Systeme von organisierter Distanz.
David Kulhánek, Kurator und Herausgeber

Serých konstruiert auf der Grundlage seiner eigenen Erfahrungen mit dem kreativen Konsum einen eigenen Apparat, der sich Notizen macht. Es hat den Anschein, dass unsere einzigartige, individuelle Welt mit der Ausweitung der Globalisierung und Vereinheitlichung zu einem einzigen breiten Kanal einheitlicher Produkte, Marken, Slogans und Gedanken verschmelzen wird. Aber dieser Begriff ist nur optisch… Serých persönliche Konsummuster sind es, die diese Vereinheitlichung subjektiv negieren und in einen Bereich der Visualisierung und Ästhetik verwandeln.
Vit Havránek in: “Subjective patterns of Consumption”, Umelec 1/2004

> Einladung
> Presse

JAN SERÝCH

1972 geboren in Prag, CZ
1992-1999 Akademie der Bildenden Künste, Prag, CZ
1995 Sommerakademie Salzburg, A
1996-2002 Mitglied der Künstlergruppe BJ
2005-2006 Stipendium at PROGR, Bern, CH
2008 Stipendium ISCP Programm, New York, USA
Lebt und arbeitet in Prag, CZ

Ausstellungen (Auswahl)

2009
White paper black bride, Prague Biennale 4, Karlin Hall, Prag, CZ

2008
Vasil Artamonov, Jan Šerých, NoD Galerie, Prag, CZ
The architecture of a chance, ISCP, New York, USA
Last frame, Josef Sudek Ateliér, Prag, CZ
They stood and waited until he appeared, Galerie NoD, Prag, Cz
VI. Biennale junger Künstler Zvon, Stadtgalerie, Prag, CZ
Bad moon rising special, ISCP, New York, USA
Czech sources, Prag Haus in Brüssel, BE

2007
Takemehome, Hunt Kastner Artworks, Prag, CZ
Icing, Wannieck Galerie, Brünn, CZ
Indexes of delight, festival M@narchia, CDCH, Moskau, RU
Punctum, Galerie Futura, Prag, CZ
Gross domestic Product, Stadtgalerie, Prag, CZ

2006
One lovely morn..., Galerie die Aktualität des schönen..., Liberec
GOTOHELL, Galerie na bidýlku, Brünn, CZ
Acne, Collection of R. Adam, Galerie Rudolfinum, Prag, CZ
Invited some friends to come and watch, Galerija Nova / Galerija M.Kraljeviè, Zagreb, HR

2005
Abbey Road 2:45, Atrium, Moravian Galerie, Brünn, CZ
V. Biennale junger Künstler, Stadtgalerie, Prag, CZ
Prague Biennale 2, Definition of Everyday, Karlin Hall, Prag, CZ
J. Chalupecký Award Finalists 2005, Stadtgalerie, Prag, CZ
1811197604122005, Plan B, Klausenburg, RO

2004
A je to!.a.M. Prag, CZ
Like beads on an abacus designed to calculate infinity, Rockwell, London, UK
Neutral, Motorenhalle, Dresden, D

www.huntkastner.com

 

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