Art Award 4/2005

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o.T., Acryl/Papier, 70 x 100 cm, 2005

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o.T., Acryl/Papier, 70 x 100 cm, 2005

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o.T., Acryl/Papier, 70 x 100 cm, 2005

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o.T., Acryl/Papier, 120 x 80 cm, 2005

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o.T.,Acryl/Papier, 50 x 66 cm, 2005

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WYKYDAL STEFAN - MALEREI 2003-2006

Wykydal beherrscht es souverän, eine feine Balance zwischen dem freien Malprozess und der strengen Orientierung am ausgewählten Sujet, einer Kameralinse gleich, zu halten. Die Subtilität des Kolorits und der Farbmaterie harmonieren mit der kühlen und durchaus konkreten Realisation der alltäglichen Begebenheit wie Bushaltestelle, Kunst im öffentlichen Raum, eine Szene aus einem Fußballmatch oder eine künstlerische Ausgestaltung eines Schulgebäudes.
Mag. Florian Steininger, Kurator des BA-CA Kunstforums, Wien

Der 1976 in Wien geborene Maler Stefan Wykydal zeigt  in der ART LOUNGE im STRABAG HAUS mittel- bis kleinformatige Gouachen, die witzig und pastos umgesetzte, malerische Interpretationen von Motiven seiner Umgebung wie Kunst am Bau, Gemeindebauten, Bushaltestellen, Schulen, Stillleben u.a. darstellen. Plastische Formgebungen, frei und farbig frisch interpretiert, weisen von den Neuinterpretationen des an der Weiterentwicklung malerischer Tendenzen arbeitenden Künstlers, der zu einer der Neuentdeckungen am Kunstmarkt zählt.

Stefan Wykydal betreibt eine Malerei, die deutlich von einer sinnlichen malerischen Textur geprägt ist. Unmittelbar setzt er mit geschmeidigem Duktus die Acrylfarbe auf den Bildträger, die zwischen Selbstreferenzialität und Motivbildung changiert. Der gegenständliche Bezug seiner malerischen Praxis ist ihm wichtig. Seine Motivwahl ist eng mit seiner unmittelbaren alltäglichen Umgebung verbunden. Der Künstler durchstöbert die Straßen und Plätze der Stadt nach kuriosen Begebenheiten, außergewöhnlichen 'Markierungen' des Stadtbildes. So ist in den letzten Jahren ein umfangreicher Werkblock zum Thema Kunst im öffentlichen Raum entstanden. Dabei handelt es sich um verwaiste, kaum mehr beachtete
Beispiele, wie vor allem figurative Skulpturen im Kontext des Sozialen Wohnbaus. Die ursprüngliche Idee, durch Kunst das Lebensgefühl zu verbessern, scheint versagt zu haben. Wie Fossile aus längst vergangenen Tagen stehen Torsi und Akte zwischen Spielplatz, Mülltonnen und Garageneinfahrten. Elefantenfriedhöfe für hehre Bronzestatuen und symbolisch aufgeladene Standbilder, scheinbar für die Ewigkeit geschaffen, und doch so antiquiert. Dennoch sind sie ein essentieller und sehr prädestinierter Aspekt in der Wiener Kulturgeschichte der 1950er Jahre.
Wykydal hat Sinn für solch groteske Themen, er destilliert sie geradezu aus dem alltäglichen Kontext.
Mag. Florian Steininger, Kurator des BA-CA Kunstforums, Wien

Stefan Wykydal gehört einer jungen Künstlergeneration an, die die Welt vermittelt begreift. Auch bei ihm spielen die vorgefertigten Bilder des Werbe- und Fernsehalltags eine große Rolle. Gleichzeitig aber sind seine Arbeiten ein Einspruch dagegen. Denn er bedient sich der Malerei und ihrer Möglichkeiten, ein Bild individuell zu verändern. Wykydals malerische Interventionen in eine an sich unprätentiöse, vorgefertigte Bilderwelt  sind ebenso irritierend wie sie im Sinne einer autonomen Malerei überzeugend sind.
Dr.Ingried Brugger, Direktorin des BA-CA Kunstforums, Wien
Geradezu delikat sitzt die hochpigmentierte Acrylfarbe auf dem Papier und verleiht der Motivik Eleganz und Schönheit. Wykydal beherrscht es souverän, eine feine Balance zwischen dem freien Malprozess und der strengen Orientierung am ausgewählten Sujet, einer Kameralinse gleich, zu halten. Die Subtilität des Kolorits und der Farbmaterie harmonieren mit der kühlen und durchaus konkreten Realisation der alltäglichen Begebenheit wie Bushaltestelle, Kunst im öffentlichen Raum, eine Szene aus einem Fußballmatch oder eine künstlerische Ausgestaltung eines Schulgebäudes..
Mag. Florian Steininger, Kurator des BA-CA Kunstforum Wien

Aus der fotografisch produzierten glatten Vorlage des Abbildes entsteht eine Malerei, die auf ihre sinnliche Materialität zurückgeführt wird. Der delikate Farbauftrag und die Offenheit des Pinselstrichs brechen in die Oberfläche des Bildes ein und lassen das Motiv erst nach und nach aus der abstrakten Faktur wieder auftauchen. Eine Art malerisches Vexierspiel entsteht, in dem Sichtbares unsichtbar wird und Offenkundiges in Rätselhaftem versinkt. Die einander überlagernden Pinselstriche setzen den sukzessiven und akzentuierten Bildaufbau gegen den simultanen und gleichmäßigen der Fotografie. Die Forcierung der malerischen Autonomie gipfelt an Stellen, wo die Konsistenz der Bildkörper aufgebrochen wird und sich in amorph ausflutenden Strukturen ergießt. Diese betonen den Scheincharakter der illusionären Gegenwart des Bildes, lenken sie doch die Aufmerksamkeit von der narrativen Qualität des Bildes auf seine eigentliche malerische Struktur. In Analogie zur Bewegungsunschärfe der Fotografie vermitteln die sich verselbständigenden Farbschlieren den Eindruck von Flüchtigkeit oder Verschwommenheit. Ergreifen die Auflösungserscheinungen das menschliche Gesicht, so kommt dies einer Auslöschung von Individualität gleich...
Das fotografische Motiv als medial vermittelte Oberflächenstruktur erhält durch den malerischen Übertragungsprozess eine neue Dimension, wird Teil der Verständigung über diese Welt.
Heike Eipeldauer, Kuratorin des BA-CA Kunstforum Wien

WYKYDAL STEFAN

1976 in Wien geboren
1994-98 Studium der Malerei Universität für Angewandte Kunst  Prof. Christian Ludwig Attersee
Lebt und arbeitet in Wien


Einzelausstellungen

2005 
Bunte Schule Plastilin, Galerie Frey, Wien

Gruppenausstellungen

1995 
Artwork – Network, Galerie Hilger

1996 
Aphrodite, Zweckform und Eissalon, Heiligenkreuzerhof Wien

1997 
Wienmasken, Schömer-Haus Karl-Heinz Essl, Klosterneuburg

1998 
junge Götter, ORF-Funkhaus, Wien

2004 
Eröffnungsausstellung der Galerie Frey, Wien
Messebeteiligung an der KunstWien 2004 im MAK


Preise/Stipendien

1997/98 Erasmusstipendium, London Guildhall University
1998 Förderpreis des Landes Niederösterreich

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