Art Award 2007

SetWidth325-award_2007_1
Preisvergabe des Art Award 2007 von Hans Peter Haselsteiner an Robert Muntean Foto: Max Moser

SetWidth325-award_2007_2
Jurytagung im März 2007 Foto: Reklame Kontor Franc

SetWidth325-award_2007_3
Die ausgezeichneten Künstler: Birgit Pleschberger, Robert Muntean, Moni K. Huber, Bernard Ammerer und Klaus Wanker Foto: Max Moser

SetWidth325-award_2007_4
Eingereichte Bilder Art Award 2007 Foto: Reklame Kontor Franc

SetWidth325-award_2007_5


SetWidth325-award_2007_6


SetWidth325-award_2007_7


SetWidth325-award_2007_8


SetWidth325-award_2007_9


ART AWARD 2007

Die Preisverleihung des Strabag Art Award 2007 erfogte am 24.05.2007 in der Art Lounge im Strabag Haus.

Der Preisträger des Art Award 2007 ist
> ROBERT MUNTEAN

Die Annerkennungen erhielten:
> BERNARD AMMERER
> BIRGIT PLESCHBERGER
> KLAUS WANKER
> MONI K. HUBER

> Presse Artaward 2007
> Katalog Art Award 2007

Die im März 2007 tagende Jury bestand aus:

Prof. Dr. Wieland Schmied, Kunsthistoriker, Katalin Néray, Direktorin des Ludwig Museums in Budapest; Florian Steininger, Kurator des BA-CA Kunstforums, Wien; Mag. Edith Raidl, Expertin zeitgenössischer Kunst; Barbara Baum und Wilhelm Weiss, Strabag Kunstforum.

Seit über 15 Jahren engagiert sich die Strabag im Bereich zeitgenössischer Kunst. Sei es die Sammlung mit über 1300 Werken, sei es der alljährliche Kunstförderungspreis mit den Ausstellungen in der Art Lounge oder die sich im Haus befindliche Kunst- und Eventhalle Gironcoli-Kristall.
Kunst überschreitet Grenzen und schafft Transparenz. Der neue Slogan „building visions, building values building Europe“ wird sich auch im Bereich der Kunst bewahrheiten.
1994 wurde der damalige Bauholding Strabag Kunstpreis in Spittal/Drau begründet, die Ausstellungen dazu  in der Galerie in Klagenfurt gezeigt. 2005 wurde der Strabag Art Award in die Art Lounge im Strabag Haus verlegt. Die lange Liste der national und international bekannten Preisträger belegt, dass Kunstpreise heute mehr denn je einen wichtigen Anteil an der Förderung und am Erfolg vieler Künstler haben und ein Ansporn sind, die eigene künstlerische Arbeit zu prüfen und weiterzuentwickeln. Der Art Award steht für Konsequenz, für künstlerische Reife, für Innovation, vor allem aber für zeitlose Qualität, die nicht immer altersbezogen ist.

Dieses Jahr haben sich 340 österreichische Künstler beworben, unten denen 70 von der Vorjury für die Endrunde ausgewählt wurden. Alle Teilnehmer des Art Award haben mit großem Einsatz mitgewirkt.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei unserer Jury bedanken, bei dem Kunsthistoriker Prof. Wieland Schmied, bei Katalin Neray, der Direktorin des Ludwig Museums in Budapest - die auch bei unserem ungarischen Kunstpreis eine wichtige Rolle spielt-, bei Edith Raidl, Expertin und Sammlerin junger Kunst sowie bei Florian Steininger, Kurator des BA -CA Kunstforums in Wien. 5 Künstler pro Jahr werden von der Jury ausgewählt und erhalten je eine Einzelausstellung in der Art Lounge sowie Ankäufe.
Unser Dank gilt auch den Galeristen, die unschätzbare Arbeit für junge Künstler leisten und viele gute Künstler an uns weitergeleitet haben. Wir würden uns freuen, wenn nächstes Jahr diese Symbiose wieder so gut funktionieren würde.

Viele Werke der Preisträgerausstellung haben ein gemeinsames Thema: die junge Generation und ihr Stellenwert in einer von Kurzlebigkeit und rasendem Wachstum bestimmten Gesellschaft. Diese Arbeiten widmen sich dem Phänomen der Schönheit, tragen in sich aber auch Brüche und Widersprüche. Der Stellenwert des Emotionalen und Unangepassten, das an die Grenzen Stoßen, Selbstreflexion sind Themen des expressiven oder von Fotografie bestimmten Realismus, der Bildern atmosphärischer Landschafts- und Architekturmalerei gegenübersteht.
Barbara Baum, Strabag Kunstforum


Mit Birgit Pleschberger, der zweitjüngsten Preisträgerin begegnen wir einer schillernden Persönlichkeit, die sehr vielseitig, schrill und unangepasst arbeitet. Die Salzburgerin arbeitet nach ihrem Studium am Mozarteum im Bereich  Malerei, Druckgrafik und Objekt. Bekannt ist sie für ihre körperbezogenen Selbstdarstellungen im Sinn eines witzig – experimentellen und durchaus selbstironischen Aktionismus. Ihre große Werkserie Mario-netten, Kohle auf Papier, zeigt  Menschen an losen Fäden hängend,  manchmal in der U-Bahn, mit
Scharnieren ausgestattet, schrill und verletzlich zugleich. Existenzängste und Sozialkritik spielen hier mit ein, Wut und Hilflosigkeit. Eine sehr intensive, unverwechselbare Bildsprache führt uns extreme Typen und Charaktere vor Augen.

Klaus Wankers Bezug zur Mode- und Werbewelt ist in seiner Arbeit ersichtlich. Der gebürtige Grazer studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, später bei Sue Williams und Adi Rosenblum an der Kunstakademie in Düsseldorf. In der globalisierten Welt der Werbung wird Identität zum Image, eine Scheinwelt zwischen Oberflächlichkeit und Orientierungslosigkeit, zwischen emotionaler Leere und Perfektion entsteht. In dieser Scheinwelt leben die portraitierten Models und Jugendlichen, deren Traum ein Star zu sein zerplatzt. Klaus Wankers perfekte, malerisch reizvollen Werke haben ihren Erfolg nicht nur in den Ausstellungen in Amerika begründet, er kennt die Welt der Models aus Zeiten, in denen er selbst als Model gearbeitet hat. Im Focus steht das Gesicht, sensibel und unmittelbar wiedergegeben, oft von einem malerischen Schleier überzogen. Untermauert wird die Darstellung  durch integrierte Botschaften, kaum merkbare Schriftzüge im amerikanischen Slang, die die perfekte Reality Show Leben in Zweifel stellen.

Robert Muntean, 1982 geboren in Leoben, hat zunächst an der Akademie bei Hubert Schmalix, später an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert. Heute lebt und arbeitet er in Leipzig, das als Zentrum der neuen Kunstentwicklung Berlin bereits abgelöst hat. „Sub rosa“ ist der Titel seiner prämierten Arbeiten, grob übersetzt „im Vertraulichen, im Geheimen“. Der Künstler führt uns in die stille Intimität der Bilder, deren subtile Malerei uns alltägliche Szenen vor Augen führt. Menschen, die durch Gesten und Haltung nicht im Sinne des repräsentativen Portraits dargestellt sind, sondern dessen seelischen Gehalt widerspiegeln. Die Tradition der österreichischen Malerei- denken wir an Schiele oder Gerstl- wird hier in einem wohltuend unprätentiösen Realismus fortgeführt. Hier entfaltet hier die Malerei ihre abstrakte Schönheit, unaufdringlich, fast beiläufig, jedoch durchaus eindringlich.

Der Wiener Künstler Bernard Ammerer hat neben seinem abgeschlossenen Jusstudium immer der Malerei den Vorzug gegeben. Nach dem Motto, dass man einer Berufung und gegebenem Talent folgen soll, hat er auf der Angewandten bei Prof. Herzig, später bei Johanna Kandl studiert und bald seinen unverwechselbaren Stil gefunden. Er zeigt junge Menschen von starker Präsenz inmitten urbaner Randgebiete, sitzend oder in Bewegung vor weißem, skizziertem Hintergrund. Fülle und Leere bilden hier einen gelungenen Kontrast. Ammerer stellt uns die Frage nach Orientierung, zeigende Finger, weisende Arme, Linien, Jugendliche, hin- und hergerissen zwischen Hast und Lethargie. Sie stellen sich die Frage: worauf warten wir eigentlich?  „A new place again“ lautet einer seiner Bildtitel, die die Hoffnung auf neue Perspektiven inmitten Zerrissenheit und Chaos beinhalten.   

Moni K. Huber stammt aus Salzburg, hat an der Hochschule für angewandte Kunst studiert und lebt in Wien. Auslandsaufenthalte wie z.B. in Chicago und Argentinien sowie diverse Projekte haben ihr Interesse an der Thematik Heimat, Landschaft und Tradition verstärkt. Etliche Serien, die eine gewissen Ironie und Absurdität beinhalten, wie Pools, amerikanische Lofts und österreichische  Landschaften mit und ohne Staffage entstanden. Wir sehen heute drei Arbeiten aus der Serie Japonismus, nach Fotos im Sankeien Garten in Yokohama gemalt, wo sich Moni K. Huber letztes Jahr längere Zeit aufhielt. Tradition und Künstlichkeit, Architektonisches und Konstruktives trifft hier auf weiche, romantische Landschaftsausschnitte von starker Atmosphäre.

back to top PrintScreen