Art Award 1/2007

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what an amazing experience to be a star in this fuckin' reality show called life Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm, 2007

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o.T., Öl auf Leinwand, 75 x 75 cm, 2006

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sometime there is no way out Öl auf Leinwand, 70 x 90 cm, 2007

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o.T.,Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm, 2006

KLAUS WANKER

Wankers  Bildmotive stammen aus der Welt der Mode und Lifestyle Zeitschriften. Die Gemälde zeigen perfekt gestylte Menschen, deren mediatisierte und stilisierte Bilder die Glamour-Welt der Schönen und Reichen präsentiert, eine Welt geprägt von Jugendwahn und radikaler Kommerzialisierung. Plakativ und überlebensgroß sind die Porträts der Teenager, die in den Bildern zu Stars erklärt werden. Der Fokus liegt auf ihren Gesichtern, in denen sich die Träume und Sehnsüchte einer Jeunesse Dorèe spiegeln. Models werden vor urbanen Hintergründen platziert; Hochhausfassaden, U-Bahnhöfe und trostlose Landschaften sind Szenarien, vor denen sie für den Betrachter posieren. Überlagert werden die Bilder zudem mit kaum lesbaren Slogans, welche die Bilder mit Botschaften überziehen, die auf Gefühlssehnsucht und emotionale Leere verweisen. In einer Welt der Bilderflut ist der größte Wunsch, wahrgenommen und gesehen zu werden.

Textauszu, Sabine Himmelsbach, Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg

Wankers künstlerische Strategie der Entlarvung einer entseelten kommerziellen Branche und deren manipulierender Einfluss auf die Jugendkultur geht auf: Die Models sind in ihrer kühlen, strengen Schönheit beileibe nicht glücklich, sondern eigentümlich verletzlich. Wanker nutzt die Werbe- und Modefotografie als Ersatz, als einziger halbwegs legitimer Tummelplatz der aus der Hochkunst verbannten Schönheit.“ Langes Malen an schnellen Bildern. In deutlichem Kontrast zu den kurzlebigen Sujets der Werbewelt, deren sich Wanker mittels Modezeitschriften bedient, steht seine aufwändige und vergleichsweise langwierige Malweise, vorwiegend in Öl auf Leinwand....Obschon Wankers Bildkompositionen von Models, Mode und Fashion-Welt dominiert sind, spielt unter der glatten Oberfläche aber auch ein Aspekt der Manipulation durch vergleichbare Bilder der wahren Warenwelt eine Rolle, die den angesprochenen Zielgruppen vermittels hyperrealer Werbesujets Teilhabe verspricht. In Bildserien wie Here we go again (2005) stellt er etwa ein Filmstill einerAuto-verfolgungsjagd aus Bullitt (1968), mit den Desideraten Ford Mustang GT-390 und Dodge Charger R/T, in ein wiederum inszeniertes Umfeld aus androgynen Beziehungsklischees, Skateboardern und den omnipräsenten Dresscodes und suggeriert damit einen vom Betrachter unweigerlich zu vermutenden Plot einer neuen Geschichte. Tatsächlich aber nimmt Wanker hier eine weitere Manipulation an vorgefundenen Images vor, deren fiktives Ausgangsmaterial er nun in der Rolle des Autors neu arrangiert beziehungsweise montiert. Während frühe Bilder nicht betitelt waren, bringt er in neuen Arbeiten formatfüllenden Text ins Bild, der auf den ersten Blickkaum zu erfassen ist, weil er die Farbpalette nur wenig kontrastiert. Diese Texte sind an Slogans angelehnt und stehen in assoziativer Nähe zu Methoden der indirekten Werbung wie dem Product Placement in Hollywood-Produktionen. Die
Texte sind aber zugleich auch Bildtitel, die diese Manipulation konterkarieren und dadurch vorführen. Wenzel Mraek

Klaus Wanker inszeniert junge Menschen in ihrer Street Wear und ihrem Style: bunt, kühl, präzis. Die Models von der Straße sind in Szene, sozusagen in Pose gestellt. Es ist die Welt der Show, der Szenery, des Imaginary Stardom. Momentaufnahmen des Augenblicks. Ruhm und Illusion liegen nahe beieinander. Brainwashing durch Branding, Werbung und Marketing der Konzerne, Medien uns Music Channels. Produkte und das Produkt Mensch - geschaffen durch Manager und Artdirectors. Kolja Kramer

Die Protagonisten haben keine Namen. Individuen verschwinden hinter den Images einer Lifestyle-Industrie und der coolen Oberflächlichkeit, den glatten und unbedarften Arrangements der Shootings für Hochglanzmagazine. In der Beschreibung dieser Bildwelten kommt man nicht umhin, sich der Terminologie der Waren- und Modewelt zu bedienen, in der Namen durch Marken ersetzt werden und Branding das erste Gebot vor pseudowirklichen Hintergründen und
Zusammenhängen der Werbesujets ist. Inszenierte Modellwelten, in denen anonyme und austauschbare Models vorgeben, Teil derselben zu sein, obwohl sie durchwegs teilnahmslos einen Bildraum ausfüllen und allein durch Gestik und Mimik, Pose eben, die aufgesetzten Accessoires präsentieren um damit ein Phänomen am Leben zu erhalten, das bis vor kurzem Zeitgeist genannt wurde, sind das in Variationen bearbeitete Thema des 1969 geborenen Grazers Klaus Wanker.
Kurator Peter H. Forster schrieb 2005 anlässlich einer Ausstellung in der Frankfurter Galerie Adler

KLAUS WANKER

1969 in Graz geboren
1996 Studiums der Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1997 Auslandsstipendium bei Prof. S.Anzinger an der Kunstakademie, Düsseldorf
1998 Studium bei Prof. Sue Williams
1999-00 Studiumbei Prof. Adi Rosenblum
2000 Diplom an der Kunstakademie
Lebt und arbeitet in Graz


Ausstellungen (Auswahl)

2008   
Mark Moore Gallery, Santa Monica

2007  
Faked neon-exposed heroes; Galerie Adler, New York    
Illusion unlimited; Galerie Adler, Frankfurt

2007  
Rewindfast-forward; Kunsthaus L6, Freiburg (Gruppenaust.)

2006
Coolness forever; Junge Kunst e.V., Wolfsburg
Believe in me; Galerie Steinek, Wien
ZEITHEIST; Mark Moore Gallery, Santa Monica (Gruppenaust.)
Kunstlicht; Sara Tecchia Gallery, Rom, NewYork (Gruppenaust.)
Coolhunters; Budapest Mücsarnok, Kunsthalle (Gruppenaust.)

2005  
Here we go again; Galerie Adler, Frankfurt
Figur und Wirklichkeit; Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck
Kunstforum (Gruppenaust.)
Coolhunters; Künstlerhaus Wien u. ZKM Karlsruhe (Gruppenaust.)

2004  
Spektrum Kunstlandschaft; Hessische Landesvertretung, Berlin,(Gruppenaust.)

2003  
Sotheby´s; Wien (Gruppenaust.)

2001 
Bang-bang; Joanneum, Steirischer Herbst Graz
Auswahl Ankäufe; Neue Galerie, Graz (Gruppenaust.)
body fluids; station 3, Wien (Gruppenaust.)

www.galerieadler.com
www.markmorregallery.com
www.galerie.steinek.at

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