Art Award 1/2006

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Stadt IV (der Knall), Aquarell und Tuschestift/Papier, 152 x 152 cm, 2005

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Ende, Aquarell und Tuschestift/Papier, 152 x 152 cm, 2006

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Siggi Hofer und Hans Peter Haselsteiner

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Videoperformance : Doswedanje

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Installation: LEERGEBLASEN

SIGGI HOFER / IM 80.STOCK

Siggi Hofers große Stadtbilder sind Schautafeln unbestimmter zersiedelter Gegenden mit kleinen Industriekomplexen, Wohnblöcken und Freiflächen im Stil der siebziger Jahre, wie man sie in Randgebieten kleinerer Städte antrifft und in Bilderbüchern dieser Zeit. Der Wiener Künstler benutzt diese Schautafeln, um mentale Veränderungen vorzunehmen, sie etwa mit künstlichen Plateaus zu staffeln, mit Schriftblöcken oder riesigen Hämmern zu versehen. Hofer, der auch mit Modellen, Performances und Texten auftritt, untersucht die existenziellen Veränderungen, die sich ergeben, wenn man Elemente isoliert oder neue Ideen in vertraute Welten (Arbeitszimmer) bringt.
Veit Loers, Kurator (zur Ausst. „von Erde schöner“ 2006, Galerie Kugler, Innsbruck)

Stadt, Land, Architektur, Heimat, Individuum und Gemeinschaft sind Themen, die Siggi Hofer
in seinen Zeichnungen vielfach beschäftigen. Siggi Hofer geht es nicht um Städtebau oder Architektur. Die Landschaft bleibt abstrakt, ein Nicht-Ort. Dem Künstler geht es vielmehr um den Prozess des Wachsens.
Aus: Text zur Ausst. “Profiler“, Kunstraum Niederösterreich, Wien

Ausgesprochen eigenwillig bringt der gebürtige Südtiroler Jahrgang 1970 seine Vorstellungen von architektonischer Flächennutzung aufs Papier. Hochhauskomplexe, Wohnsiedlungen und Industriebauten erheben sich auf stark ausgesetzten Freiarealen extrem zerklüfteter Gegenden. Autobahnen, Brücken und Flüsse schaffen dabei nicht immer die Verbindung von einem Knotenpunkt zum anderen, brechen mitunter ab, münden in die Tiefen klaffender Schluchten. Aus der Vogelperspektive und in obsessiver Detailgenauigkeit entwirft Hofer seine skurril-utopischen Konzepte von Raumeroberung. Textblöcke, die "Ende", "King Kong" oder "Knall" schreien, schiebt er als kompositorische Brüche ein und legt damit das narrative Potenzial seiner Arbeiten offen. Hofer versteht es aber nicht nur in seinem grafischen Werk unsere Vorstellung von bebauter Umgebung umzumodeln. Auch mit Schriftinstallationen aus Presspanplatten appelliert er an unsere herkömmlichen Begrifflichkeiten von Raum und Ordnung. Bierseelig wird der Künstler zudem zum Popstar wie ein Video zeigt. Und eine beeindruckende Plattensammlung von Milva besitzt er auch. Fotos aus Kindheit und Jugend sowie zu Wolkenkratzern aufgetürmte Joghurtbecher sind weitere Versatzstücke dieser gut choreografierten Schau, die nicht nur bei den Mitarbeitern der Bauholding großen Zuspruch finden dürfte. Manisha Jothady

SIGGI HOFER

1970 geboren in Bruneck, Italien
1990-1992 Meisterschule für Malerei, Graz (Gerhard Lojen)
1993-1998 Universität für angewandte Kunst, Wien, Meisterklasse Mario Terzic
2000 Gründung der Künstlergruppe RAIN
2001-05 Lektor an der Technischen Universität (Kunst als Architekturpraxis),Wien zahlreiche Videoprojekte ab 2001
Lebt und arbeitet in Wien

Ausstellungen (Auswahl)

2006
Artist Spotlights; Microsoft Art Collection, Redmond USA
Genuine Happiness; galerie kunstbuero, Wien (Bet.)
Der Schuh in der Kunst; Galerie im Traklhaus, Salzburg (Bet.)
Sammlungen der Angewandten, Heiligenkreuzer-Hof, Wien (Bet.)
Von Erde schöner; Galerie Kugler, Innsbruck (Bet.)

2005
Voglio spazio per crescere; galerie kunstbuero/Kunsthalle8, Wien
Weit und breit kein Ende; Galerie Eva Presenhuber, Zürich
Profiler; Kunstraum Niederösterreich, Wien (Bet)
Ne travaillez jamais ; Am Mayerhof, Waldhausen NÖ (Bet.)
*in Südtirol, lebt in Wien; Walterhaus, Bozen (Bet.)

2004
Wiener Linien; Wien Museum, Wien (Bet.); Panorama 03, Bozen (Bet.)

2003 
My life is your life; kuratiert von B+B, Österreichisches Kulturforum, London

2002 
Ohne Harmonie/Without Harmony; galerie kunstbuero, Wien
Twothousendandtwo miles; galeria raster, Warschau

2001
Apartmenthouses; Galerie 5020, Salzburg

2000
Ausstellung No 5; Sägehalle Feistritzwald, Steiermark

1999
Als ich im Hotel ankam; galerie kunstbuero, Wien

Preise / Stipendien

2005 Treibholz; Kunst im öffentlichen Raum, Wallsee, NÖ
2004 Staatsstipendium des BKA Österreich
2003 SCA-Kunstwettbewerb, 3. Preis (Ausst.)
2000 Schindlerstipendium, L.A.
1999 RBB Kunstwettbewerb, Graz
        17. Römerquelle Kunstwettbewerb, Graz, Klagenfurt, Wien
1993 Künstlerpreis; Plakataktion Kunst auf Zeit, Gruppe 77, Graz

> Galerie Meyer Kainer

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